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Anbau von Gurken im Folientunnel

07-12-2017

Die Gurkenzucht im Folientunnel ist kinderleicht, sofern wir uns einige wichtige Informationen merken. Treibhausgurken sind für viele Gärtner sehr attraktiv, weil sie sehr gut schmecken und auch gerne weiterverarbeitet werden. Der essbare Teil von Gurken sind ihre Früchte, die verschieden lang sind. Die Oberfläche der Früchte ist glatt bis höckrig-warzig. 

Im Vergleich zu anderen Gemüsen, enthält die Gurke nur sehr wenige Nährstoffe, aber dafür ist sie reich an alkalischen Substanzen, die den Körper zu entsäuern helfen. Die Gurken bestehen zu 96% aus Wasser und sind die Grundlage vieler Salate, weil sie wenige Kalorien enthalten, Sie löschen den Durst, schmecken und riechen gut. 

 

Anbau von Treibhausgurken

 

Gurken sind einjährige Saisonpflanzen. Sie werden direkt in die Erde gesät oder als vorgezogene Jungpflanzen ausgesetzt. Frühsorten sind ideal für den Anbau in Folientunneln geeignet. Werden Gurken als die Hauptfrucht geplant, so können andere Frühgemüse als Vorfrucht angebaut werden. Dazu sind Schaumkräuter, Spinat, Radieschen oder Salat gut geeignet.
Gurken sind thermophile Pflanzen und haben sehr hohe Ansprüche bezüglich der Temperatur, Feuchtigkeit und der Erde. Ein sonniger und warmer Standort mit viel Humus ist ideal für ihre Entwicklung, deshalb sollten abgeschattete Standort gemieden werden. Man sollte sie auch nicht in der Nachbarschaft von Bäumen und Sträuchern anpflanzen. Sie sind sehr windempfindlich und sollten daher an geschützten Standorten angebaut werden.
Die Gurkenzucht im Folientunnel, der die Pflanzen vor Wettereinflüssen schützt, sorgt für günstige Bedingungen für ihre Entwicklung, Wachstum und Heranreifen. Unter Eindeckung sind die Pflanzen vor kaltem Wetter, plötzlichen Windböen und Temperaturschwankungen geschützt. Die am Tag gesammelte Wärme wird in der Nacht nur langsam abgegeben und schützt die Pflanzen vor der Auskühlung.

 

Gurken in der Fruchtfolge

 

Die Gurken brauchen für ihre Entwicklung sehr viele Nährstoffe, die sie aus dem Boden aufnehmen. Sie werden deshalb in Fruchtfolge von wenig anspruchsvollen Pflanzen angebaut. Gurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse, eine Nachbarschaft mit Gemüse aus der gleichen Familie sollte auf jeden Fall vermieden werden, damit die Entwicklung der Pflanzen nicht gehemmt wird. Da Gurken ein flaches Wurzelwerk entwickeln, werden sie an Standorten angebaut, wo vorher Pflanzen mit tiefem Wurzelwerk gezüchtet wurden.

 

Mischkulturen

Eine gute Nachbarschaft für Gurken sind Bohnen, Kohl, Salat, Sellerie und Spinat, dagegen vertragen sie sich schlecht mit Kartoffeln, Radieschen und Tomaten.

 

Aussaat und Pflanzen

 

Aussaat
Gurken werden direkt in die Erde gesät, wenn der Boden in der Tiefe von 10 cm die Temperatur 12°C erreicht. Feuchter und warmer Boden sorgt für gleichmäßiges Keimen der Samen. Die Saat wird in der ersten Hälfte von Mai durchgeführt, allerdings ist hierbei keine Eile geboten, weil es noch zu Abkühlungen kommen kann, die den Keimlingen schaden.

Aussetzen von Jungpflanze

Das Vorziehen der Keimlinge kann sehr arbeitsaufwendig sein, dafür kann man aber drei Wochen früher ernten. Wenn wir die Keimlinge selbst vorziehen möchten, ist das am besten in Blumentöpfen oder Anzuchtkästen durchzuführen, weil das Pikieren die Gurkenpflanzen beschädigen kann und sie den Standortwechsel schlecht vertragen. Die Saat beginnt im April. Zum Keimen brauchen die Pflanzen Licht und Temperaturen im Bereich von  20 bis 25°C. Die Blumentöpfe werden zu 2/3 mit Torf aufgefüllt und nach dem Auskeimen wird eine weitere Schicht nährstoffreicher Erde hinzugegeben. Nach vier Wochen sollten die Pflanzen 12 bis 27 cm hoch sein und einige Blätter entwickelt haben. Vor dem Aussetzten werden die Jungpflanzen gehärtet, indem die Bewässerung eingeschränkt wird und die Pflanzen an die Sonne ausgestellt werden. Die Gurken werden in Reihenabständen von bis zu 30 cm ausgesetzt. Nach dem Aussetzten werden sie gegossen.  

 

Pflege

 

Eindecken mit Agrarvlies

Werden die Jungpflanzen sehr früh ausgesetzt, sollten sie mit Agrarvlies von der Frostgefahr geschützt werden. Bodenfrost kommt sogar noch im Mai vor und kann die Pflanzen beschädigen. Den Agrarvlies entfernen wir erst, wenn die Gurken anfangen zu blühen, damit Insekten freien Zugang zu den Blüten erhalten.

Auslegen von Unkrautvlies

Das Auslegen von Unkrautvlies auf dem Boden verhindert das Aufgehen von Unkraut und zusätzlich wird die Feuchtigkeit und Wärme im Boden zurückgehalten, was die Bedingungen für die Gurken optimiert.

Jäten

Die Gurken begrenzen selbst die Entwicklung von Unkraut durch Einschatten und Überwachsen mit Trieben, Blättern und Früchten. Sie sollten jedoch in dieser Hinsicht durch laufendes Entfernen von Unkraut unterstützt werden.

Gießen

Ein flaches Wurzelsystem und die große Grünmasse der Pflanzen führen zu einem Hohen Wasserbedarf dieses Gemüses, deshalb muss der Boden immer recht feucht sein. Der höchste Wasserbedarf tritt in der Blüten- und Fruchtbildungsphase auf. Man muss daran denken, dass Gurken systematisch Bewässert werden müssen, da sie unregelmäßiges Gießen schlecht vertragen. Das Wasser zum Gießen muss warm sein. Auf keinen Fall dürfen die Gurken kaltes Wasser bekommen, das verlangsamt die Entwicklung der Pflanzen.

 

Der hohe Bedarf der Gurken für Nähstoffe wird durch die Zufuhr von Stickstoff, Kalium und Phosphor gedeckt. Am besten sind dafür organische Düngemittel geeignet, die noch im Herbst in den Boden eingebracht werden sollten.

 

Organische Dünger

  • kompostierter Mist
  • Kompost
  • Gründünger
  • getrockneter oder granulierter Mist

 

Ernte und Aufbewahrung

 

Die Ernte beginnt im Juni/Juli und endet im September. Wenn die Gurken Früchte bilden, wachsen diese sehr schnell, darum müssen die Pflanzen täglich kontrolliert und reife Früchte sofort gepflückt werden. Gurken können nicht all zulange lagern, man kann sie aber auf verschiedene Weisen einlegen und so konserviert können sie über einige Jahre aufbewahrt werden.