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Anbau von Ackerbohne im Folientunnel

26-12-2017

Ackerbohne im Folientunnel

Die Ackerbohne ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Die Anfänge des Anbaus der Ackerbohnen gehen zurück bis in die ältesten Zivilisationen also in die Anfänge der Landwirtschaft. In Deutschland wird die Ackerbohne oft in der Fruchtfolge angebaut, weil sie für eine gute Stickstofffixierung bekannt ist. Die Ackerbohne enthält viele wertvolle Nährstoffe und Vitamine wie pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Phosphor, Kalzium, Eisen sowie sehr viele Vitamine: A, C und B. Sie wird vielen Speisen aus Küchen der ganzen Welt beigegeben. Die Ackerbohne ist so vielseitig, dass sie sowohl als Beilage zu Speisen serviert werden als auch als das Hauptgericht dienen kann.

Die Ackerbohne als eine Hülsenfrucht enthält große Mengen von Eiweiß und wird neben Sojabohnen, Linsen und Bohnen häufig in der vegetarischen Küche eingesetzt. Unabhängig davon, ob Sie Fleisch oder ausschließlich Gemüse essen, ist die Ackerbohne im Folientunnel ist eine wertvolle Quelle von schmackhaften und nährstoffreichen, grünen Früchten.

Der Anbau von Ackerbohnen ist nicht kompliziert, es genügt nur einige Regeln zu beachten und die Pflanzen werden viele grüne Hülsen entwickeln. In diesem Artikel beschreiben wir Schritt für Schritt, wie Sie die Ackerbohne unter Eindeckung anbauen, pflanzen und pflegen.

 

Beschreibung der Ackerbohne

Die Ackerbohne ist eine einjährige Hülsenpflanze, die zur Familie der Hülsenfrüchtler gehört. Sie entwickelt dicke und steife Stiele, die wenige Seitentriebe bilden und wächst bis zu einer Höhe von 120 cm. Die langen Wurzeln mit vielen Seitentrieben bilden eine Symbiose mit den Bakterien Bradyrhizobium Japonicum, die in Wurzelknöllchen leben. Dadurch wird die Pflanze noch attraktiver für den Anbau. Dank dieser Symbiose ist die Pflanze in der Lage, Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und zu binden und braucht keine zusätzliche Düngung mit diesem Element. Während ihrer ganzen Wachstumszeit versorgt die Ackerbohne den Grund mit Stickstoff, deshalb wir sie oft als Vorfrucht für die anschließende Hauptfrucht angebaut.

Die Ackerbohne ist ein hervorragender Gründünger, der den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff versorgt. Das ist sehr nützlich im Bioanbau, bei dem der Einsatz von künstlichen Stickstoffdüngern sehr stark begrenzt ist. Das macht die Ackerbohne zu einer der wenigen zulässigen Methoden, den Boden mit diesem wertvollen Element anzureichern.

Die Stiele der Ackerbohne entwickeln grüne ovale Blätter, die mit einem steifen Stängel zum Stiel verbunden sind. Die Blüten haben die Form von Schmetterlingen und entwickeln sich in Gruppen. Die Früchte der Ackerbohne sind Hülsen, die bis 12 cm Länge heranreifen und nach unten herabhängen. In den Hülsen entwickeln sich zwei bis fünf hellgelbe Samen, die in einem schwammartigen Gewebe eingebettet sind. Sie sind oval und haben die Form von Nieren. Sie erreichen eine Größe von bis zu 40 mm.

 

Anbaubedingungen für Ackerbohnen

Wie wir bereits erwähnt haben, ist der Anbau der Ackerbohne nicht besonders schwierig, jedoch hat die Pflanze hohe Ansprüche an den Boden und die Bewässerung. Sie wird direkt in einen feuchten und nährstoffreichen Boden im Folientunnel gesät. Die Pflanze fühlt sich wohl in nährstoffreichen Böden und ihre Entwicklung verläuft am besten in Torfböden oder in Schwarzerde. Sie entwickelt sich auch gut in leichteren Böden, aber dann ist eine häufigere Bewässerung notwendig. Der pH Wert sollte leicht sauer sein und bei einem Wert von 6,3 bis 7,0 liegen.

 

Die günstige Temperatur für die Entwicklung der Ackerbohne im Folientunnel liegt im Bereich von 18°C bis 22°C. Der ganze Vegetationszyklus beträgt 80 bis 120 Tage und seine Dauer hängt von den eingesetzten Anbaumethoden, Witterungsbedingungen, Pflegearbeiten und der Art der Ackerbohne ab.

 

Anbau von Ackerbohnen unter Eindeckung

Was die klimatischen Bedingungen angeht, ist die Ackerbohne eine recht robuste Pflanze. Die Pflanzen werden Anfang März im Folientunnel und im Freifeldanbau Mitte April ausgesät. Die Keimlinge halten Temperaturen bis -4°C aus, aber sie sollten so schnell wie möglich die besten Bedingungen zu ihrer Entwicklung erhalten, was eine Eindeckung mit Folie ermöglicht. Unter solchen Bedingungen wachsen die Pflanzen schneller heran und geben eine ertragreichere Ernte. Eine bis Ende Mai verspätete Aussaat wegen niedriger Temperaturen führt sogar zur Halbierung des Ernteertrags.

 

Die Samen keimen bei Temperaturen von 3°C bis 17°C. In dieser Wachstumsphase ist die ständige Versorgung mit Wasser sehr wichtig. Sie müssen jedoch aufpassen, dass die Bodentemperatur nicht zu niedrig ist, da sonst das Wasser zu Eis gefriert. Wichtig ist auch, dass die Keimlinge NICHT mit Wasser begossen werden, weil sie dadurch Frostschäden erleiden können.

 

Aussaat von Ackerbohnen im Gartentreibhaus

Im Hobbyanbau werden die Samen in Abständen von 20 oder 40 cm gesät, dabei geben Sie zwei bis sechs Samen in ein in der Erde vorbereitetes Loch. Wenn Sie den ganzen Folientunnel für die Ackerbohnen bestimmen, werden sie in Reihen mit 40 oder 60 cm Abständen gesät, wobei die Abstände zwischen den Pflanzen 10 bis 15 cm betragen. Die Samen werden in einer Tiefe von 6 bis 12 cm gesetzt, was von der Größe des Saatguts abhängt. Die Abstände zwischen den Pflanzen sind im Fall der Ackerbohnen wichtig, da sie recht hoch wachsen und wenn die Abstände richtig sind, stützen sich die Pflanzen gegenseitig, was ihr Umfallen begrenzt.

 

Ackerbohnen aus Setzlingen

Der Anbau der Ackerbohnen aus Setzlingen verkürzt die Vegetationszeit sogar um 25 Tage. Die Samen werden 24 Stunden im Wasser eingeweicht und danach werden sie in Anzuchtschalen oder Multitöpfe ausgesät. Die Anzuchtschalen werden in warmen Räumen aufbewahrt. Der ganze Prozess beginnt Ende Januar und nach dem Keimen werden sie im Treibhaus ausgesetzt. Es ist wichtig daran zu denken, dass die Pflanzen vor dem Aussetzten gehärtet werden sollten. Das geschieht, indem die Temperatur gesenkt und das Gießen eingeschränkt wird.

 

Fruchtwechsel bei Ackerbohnen

Die Ackerbohne ist eine Pflanze, die keinen Fruchtwechsel benötigt, sie kann über mehrere Jahre am selben Standort angebaut werden. Es ist nur wichtig zu beachten, dass sie nicht in Fruchtfolge von anderen Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler angebaut wird, weil damit das Risiko von Befall durch Pathogene und Agrophagen wächst. Wenn Sie aber eine ertragreiche Ernte erzielen möchten, oder die Landwirtschaft professionell betreiben, sollten Sie die Ackerbohnen in den Fruchtwechsel nach folgenden Regeln einbeziehen:

  • Die hohen Ansprüche der Ackerbohnen an den Boden führen dazu, dass sie Pflanzen mit niedrigen Nährstoffbedarf folgen sollte.
  • Es ist eine Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler und gehört zur Ordnung der Schmetterlingsblütenartigen. Wie bei jedem Fruchtwechsel werden keine Pflanzen aus der selben Familie nacheinander am selben Standort angebaut.
  • Die Ackerbohne bildet ein ausgebautes Wurzelsystem aus, das sogar einen Meter tief reichen kann, daher sollte die Ackerbohne an Standorten angebaut werden, wo vorher Pflanzen mit flachem Wurzelwerk gewachsen sind.

 

Mischkultur Anbau

Die ideale Nachbarschaft für die Ackerbohne sind Kohl, Kartoffeln und Mais. Das Aussäen von Tagetes oder Pfefferminze in der Nähe reduziert das Risiko von Schädlingsbefall. Wenn Sie jedoch Tomaten oder Sellerie in der Nähe der Ackerbohne anpflanzen, werden sich die Pflanzen gegenseitig bekämpfen.

 

Düngen der Ackerbohne

Die Ackerbohne muss sehr vorsichtig gedüngt werden, weil sie sehr schnell überdüngt werden kann. Sie wächst sehr gut im zweiten oder dritten Jahr nach der Düngung mit Mist. Am besten ist der Pferde- oder Schafsmist für die Ackerbohne geeignet, wenn diese jedoch nicht zur Verfügung stehen, kann ein Mischdünger verwendet werden. Das Aussäen der Ackerbohne auf frisch gedüngten Boden kann die Haarfußwurzelfliege anziehen, die ein sehr gefährlicher Schädling ist und die keimenden Pflanzen beschädigen kann.

Die Ackerbohne bindet Stickstoff aus der Luft, deshalb wird sie nur sehr wenig mit diesem Element gedüngt. Sollte sich das jedoch als notwendig erweisen, wird der Stickstoff durch den Einsatz von Ammoniumsalpeter oder Harnstoffgranulat vor der Aussaat dem Boden zugeführt. Phosphor und Kalium werden im Herbst eingeführt. Richtwerte für 1 ha betragen: 40–50 kg N, 60–80 kg P2O5, 120–160 kg K2O sowie 20–25 kg MgO.

 

Pflege der Ackerbohne

Die Pflanze muss regelmäßig bewässert werden und Sie müssen die Bodenfeuchtigkeit ständig beobachten. Nach der Bewässerung sollte der Boden gemulcht werden, damit wird die Wurzelbildung unterstützt. Die Beete müssen systematisch gejätet werden, aber Sie können diese Tätigkeit durch das Auslegen von Agrarvlies bedeutend einschränken. Nach dem die Pflanzen einige Hülsen gebildet haben, werden die Haupttriebe geschnitten, damit die Pflanze sich auf die Samenbildung konzentrieren kann, damit werden auch Blattläuse vermieden. Die Ackerbohne wird um 2 – 4 cm durch einen geraden Schnitt zugeschnitten, damit die Schnittfläche möglichst klein ausfällt. Der Eingriff wird an einem trockenen und sonnigen Tag durchgeführt, damit die Infektionsgefahr durch Pilzbefall reduziert wird.

Ernte und Aufbewahrung

Die Ernte erfolgt fortlaufend mit den reifenden Früchten von Ende Mai bis August. Die Samen sind reif, wenn sie groß, stramm und grün sind und durch die Haut der Hülse gefühlt werden können, das bedeutet, dass es ihre Zeit ist. Wenn sie rot gefärbt sind, bedeutet das, dass sie bereits überreif sind. Die volle Reife erreichen die Pflanzen im Juli. In sonnigen Jahren wird alles in einem Durchgang eingesammelt, wenn es jedoch ein kaltes und feuchtes Jahr war, erstreckt sich die Ernte auf mehrere Durchgänge.

Längere Aufbewahrung der Ackerbohnen ist nur in den Hülsen möglich. Wenn sie aus den Hülsen entfernt werden, färben sie sich schnell schwarz und eignen sich dann nicht mehr zum Verzehr. Eingefroren können sie unbegrenzt auf bewahrt werden. Wenn Sie die Pflanzen für die Saatgutgewinnung anbauen, werden sie erst dann geerntet, wenn sie überreif und rot gefärbt sind. In der Regel ist das ab Mitte August bis September der Fall. Das geerntete Saatgut wird in einer Rotationsworfelmaschine gereinigt und anschließend getrocknet indem es in gut belüfteten Räumen auf einem atmenden Stoff ausgelegt wird. Das Saatgut der Ackerbohne muss sauber und makellos sein.